Zigarren rauchen

Stand: 22. September 2026

Unangezündete Zigarre mit Cutter und Wasserglas auf einer Terrasse

Die Tabakblätter im Inneren von Zigarren dienen als Träger des charakteristischen Geschmacks und als Kanal für den Rauch. Sie sind entsprechend funktionell gefaltet und werden von den Umblättern und dem Deckblatt zusammengehalten. Diese Konstruktion erfordert bestimmte Techniken, wenn man Zigarren rauchen und genießen will.

Zigarren Anschneiden

Das runde Kopfende ist bei den meisten Zigarren verschlossen. Es muss vor dem Konsum je nach Format und Kopfform angeschnitten oder angebohrt werden, damit der Rauch hindurchziehen kann. Dabei sollte das Deckblatt nicht beschädigt werden, damit die Festigkeit der Zigarre erhalten bleibt. Außerdem möchte man Zigarren rauchen, ohne ständig Tabakkrümel im Mund zu haben, also muss der Anschnitt mit einem speziellen Zigarrenschneider vorgenommen werden.

Verwendet werden dafür meist Cutter oder Bohrer (Rundschneider), seltener Zigarrenscheren. Auf keinen Fall sollten normale Messer oder Scheren benutzt werden, da diese das Deckblatt zerfransen können. Mit dem Cutter erzeugt man ein Loch im Zigarrenkopf , das etwa drei Viertel so groß ist wie der Zigarrendurchmesser. Bohrer sind besonders für lange und dicke Zigarren mit flachen Enden geeignet. Die kleine Öffnung, die man damit erzeugt, sorgt zwar für ein besseres Zugverhalten als ein Anschnitt, kann jedoch unter Umständen den Geschmack beeinträchtigen, denn Tabaksäfte und Fettsäuren sammeln sich stärker darin an.

Zigarre anzünden

Das Fußende der Zigarre wird mit einer schwefel- und benzinfrei erzeugten Flamme angezündet. Geeignet sind mit Butan-Gas betrieben Feuerzeuge, leicht heruntergebrannte, längere Streichhölzer oder – besonders professionell – Sticks aus Zedernholz . Das Zigarrenende wird zunächst langsam über der Flammenspitze „getoastet“ und dabei gedreht, bis sich ein kleiner, gleichmäßiger Aschenring gebildet hat.

Zum eigentlichen Anzünden führt man das Kopfende an die Lippen und entfacht das Fußende über der Flammenspitze mit einem einem ruhigen, leichten Zug. Das Fußende muss gleichmäßig glühen. Manche Raucher helfen hier nach, indem sie leicht auf das angezündete Ende blasen. Gehen Zigarren beim Rauchen zwischendurch aus, können sie einfach wieder angezündet werden.

Genießen

Dann kann vorsichtig der erste lange Zug genommen werden. Es darf nicht zu stark und zu häufig an der Zigarre gezogen werden, denn zu hohe Temperaturen verderben ihr Aroma. In der Glutzone verbrennt der Tabak bei 580 bis 660 °C und damit deutlich langsamer und weniger heiß als in einer Zigarette. Auf diese Weise verdampfen die im Tabak enthaltenen ätherischen Öle und Wasseranteile langsamer und machen den Rauch aromatischer.

Zigarren zu rauchen bedeutet, dass das man ihren Rauch nicht inhaliert. Die Aromen im Rauch sollen in der Mundhöhle intensiv von den Geschmacksnerven wahrgenommen werden. Man spricht auch vom „Schlürfen“ des Raucharomas. Je nach Qualität und Größe dient das letzte Drittel oder Viertel der Zigarre dabei als Filter und wird nicht geraucht. Aus diesem Grund und um das empfindliche Deckblatt zu schonen, wird eine Banderole nicht entfernt.

Die beim Abbrennen entstehende Asche bildet bei guten Zigarren einen stabilen Zylinder, der vorsichtig abgeklopft wird, wenn sich kleine Bruchstellen in ihm bilden. Bei angemessenem Rauchtempo – etwa ein Zug pro Minute – bildet sich helle Asche. Man muss sich Zeit nehmen zum Zigarren rauchen . Je nach Kaliber genießt man eine Zigarre mindestens 45 Minuten lang. Der erste Zug ist besonders aromatisch. Mit schwindender Zigarrenlänge wird der Rauch stärker und sein Geschmack verändert sich entsprechend. Erfahrene Raucher erkennen, wann die Substanz einer Zigarre aufgebraucht ist, und legen sie in den Aschenbecher, wo sie von selbst ausgeht.