Tabakanbau: Herkunft, Regionen und Verarbeitung

Der Tabakanbau stammt ursprünglich aus Amerika und den karibischen Inseln, wo Tabak schon vor der Kolonisation von den Indios angebaut wurde. Die Europäer, die im Zuge der Eroberung in diese Länder kamen, brachten den Tabak schließlich mit nach Europa, wo sich das Rauchen schnell verbreitete. Heute wird Tabak auf der ganzen Welt angebaut. Die größten Erzeugerländer sind heute China, gefolgt von Brasilien, Indien, den USA und der Europäischen Union.
Tabak anbauen ist auch heute noch harte Arbeit
Es zeichnet sich heute eine Tendenz ab, das der Tabakanbau in den Erstländern immer mehr abnimmt und dafür in armen Ländern der Dritten Welt stark ansteigt. Malawi hat in den letzten Jahren seine Produktion verdoppelt und Tansania hat sie in den letzten 40 Jahren sogar versechsfacht. Das ist der Tatsache zuzuschreiben, dass bei der Tabakernte auch heute noch viel manuelle Arbeit erforderlich ist. Reife Blätter müssen gepflückt und zum Trocknen aufgehangen werden. Der Tabak wird in der Regel in sechs Durchgängen von Hand gepflückt. Jeder Durchgang dauert etwa eine Woche. Die geernteten Blätter werden dann gebündelt und in luftigen Schuppen zum Trocknen aufgehängt. Die Tabakproduktion ruft in diesen Ländern einen positiven Effekt hervor, da sie die dringend benötigten Arbeitsplätze schafft.
Die Tabakpflanze gehört zu den Nachtschattengewächsen. Charakteristisch sind ihre pyramidenförmig angeordneten Blätter, bei der sich die großen Blätter unten am Stängel befinden und nach oben hin kleiner werden. Die Blüten sind weiß-rosa. Die Tabakpflanze bevorzugt ein gemäßigtes Klima. Zwischen 20 und 27 Grad Celius findet sie ideale Bedingungen zum Wachsen. Eine Tabakpflanze kann auch für kurze Zeit Minustemperaturen vertragen. Aber in einem Ambiente, wo die Temperatur ständig unter vierzehn Grad liegt, kann sie nicht wachsen. Sehr heiße Temperaturen von 40 Grad verträgt die Pflanze ebenso nicht gut, da die Blüten bei großer Hitze verbrennen.
Kuba ist für Tabak anbauen berühmt
Der Tabakanbau in Kuba ist besonders berühmt und hat eine lange Tradition. Während in den großen Anbaugebieten meistens Zigarettentabak produziert wird, spezialisiert sich Kuba auf den Anbau von feinsten Tabaksorten für die in aller Welt geschätzten Zigarren. Für die Deckblätter wird die Corojo Pflanze verwendet. Die Pflanzen werden unter weißen Schleiern aus dünnem Stoff gezüchtet, um die Blätter vor zu starker Sonneneinstrahlung und Insektenbefall zu schützen. Ein Deckblatt muss perfekt sein.
Die Criollo Pflanze liefert den Tabak für die Füllung und das Umblatt und ist für den reichen Geschmack der kubanischen Zigarren verantwortlich. Dieser Tabak wir von der Sonne gereift und erhält auf diese Weise seine großen Geschmacksvarianten. Die oberen Blätter sind der Sonne am meisten ausgesetzt und zeichnen sich durch ein besonders starkes Aroma und einen höheren Nikotingehalt aus. Die Tabakpflanze wir während ihrer Wachstumsperiode ständig inspiziert. Von der Zeit, wenn die Setzlinge ausgepflanzt werden, bis zur Ernte vergehen etwa vier Monate, die durch intensive Arbeit in den Tabakplantagen gekennzeichnet sind. Die Ernte ist abgeschlossen, wenn die Blätter zum Trocknen aufgehängt sind. Für den Tabakpflanzer geht die Arbeit jedoch auch danach noch weiter. Die trockenen Blätter durchlaufen zwei Fermentierungsprozesse, bei denen der Tabak durch eine chemische Veränderung seinen vollen Geschmack entfaltet. Ist diese Phase abgeschlossen wird der Tabak in Ballen gepresst und verlässt nun die Plantage.